Wenn du deine Heizkosten senken willst, ohne dein Zuhause umzubauen, dann ist die Modernisierung der Heizungsregelung der einfachste und wirksamste Schritt. Im Jahr 2026 ist es kein Luxus mehr, smarte Thermostate zu haben - es ist fast schon Pflicht. Die alten, analogen Drehknöpfe an deinen Heizkörpern sind längst überholt. Sie messen nicht, was wirklich passiert: Ob du im Home-Office sitzt, im Urlaub bist oder das Fenster aufgemacht hast. Moderne Geräte tun das. Und sie sparen dir Geld - wirklich viel Geld.
Wie viel Geld kannst du wirklich sparen?
Laut CHECK24 (Oktober 2024) sparen Haushalte mit smarten Thermostaten durchschnittlich 21,3 Prozent an Heizkosten. Das klingt nach viel? Es ist es auch. Bei einem durchschnittlichen Jahresheizkostenbetrag von 1.500 Euro sind das über 300 Euro pro Jahr. Einige Nutzer berichten sogar von Einsparungen von bis zu 28 Prozent - vorausgesetzt, sie nutzen die Funktionen richtig. Der Schlüssel liegt dabei nicht im teuersten Gerät, sondern in den Funktionen: Geofencing, Fenstererkennung und automatische Absenkung, wenn niemand zu Hause ist.Ein Gerät, das Geofencing nutzt, erkennt automatisch, ob du das Haus verlassen hast. Deine Heizung senkt dann die Temperatur, ohne dass du etwas tun musst. Wenn du dich wieder näherst, wird sie wieder hochgefahren. Kein manuelles Einstellen. Kein vergessener Thermostat. Das spart Energie, wo es am meisten zählt: in der Zeit, in der du nicht da bist. Studien zeigen: Systeme mit Geofencing sparen 23,7 Prozent, Geräte ohne diese Funktion nur 15,2 Prozent. Der Unterschied ist also deutlich.
Was macht ein modernes Thermostat wirklich besser?
Ein smartes Thermostat ist mehr als ein digitaler Drehknopf. Es ist ein kleiner Computer, der mit deinem Smartphone, deinem Sprachassistenten und manchmal sogar mit deinem Fenster kommuniziert. Die besten Modelle aus 2025 haben drei entscheidende Vorteile:- Konnektivität: Sie verbinden sich mit deinem WLAN, oft auch mit Thread oder Matter - Standards, die dafür sorgen, dass sie mit fast jedem Smart-Home-System funktionieren.
- Autonomie: Sie lernen deine Gewohnheiten. Nach einigen Tagen wissen sie, wann du aufstehst, wann du nach Hause kommst und wann du das Fenster aufmachst.
- Energieeffizienz: Sie verbrauchen kaum Strom. Das Bosch Radiator Thermostat 2 braucht im Standby nur 0,5 Watt. Das ist weniger als eine LED-Lampe.
Einige Geräte haben sogar ein kleines Display, das dir die aktuelle Raumtemperatur zeigt - ohne dass du die App öffnen musst. Das tado° Smart Heizkörperthermostat X hat ein 2,4-Zoll-Display mit 160 x 80 Pixel Auflösung. Es ist nicht nur praktisch, es macht auch Spaß, die Temperaturverläufe zu beobachten.
Die besten Modelle im Vergleich (2026)
| Modell | Preis | Stromversorgung | Konnektivität | Special Features | Bewertung (2025) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bosch Radiator Thermostat 2 | ca. 89 € | 2x AAA-Batterien | WLAN, Thread, Matter | Kein Abonnement nötig, 5 von 5 bei Akkulaufzeit | 1,5 von 6,0 (sehr gut) - smarthomeassistent.de |
| tado° Smart Heizkörperthermostat X | ca. 100 € | USB-C, wiederaufladbar (1.000 mAh) | WLAN, Matter, ohne Bridge | Beste App, Geofencing, Fenstererkennung (kostenpflichtig) | 86 % - Connect (02/2025) |
| TP-Link Kasa KE100 | 49,99 € | 2x AAA-Batterien | WLAN (2,4 GHz) | Unterstützt bis zu 32 Geräte, einfache Installation | Preis-Leistungs-Sieger - homeandsmart.de |
| Aqara Radiator Thermostat E1 | 30 € | 2x AAA-Batterien | WLAN, Matter | Einsteigermodell, geringe Funktionalität | 4,1 von 5 Sternen - tink.de |
| Homematic IP | 30-90 € | 2x AAA-Batterien | WLAN, HomeMatic IP | Größte Modellvielfalt, ideal für HomeMatic-Nutzer | Sehr gut für bestehende Systeme - homeandsmart.de |
Was du dir merken solltest: Matter ist der neue Standard. Geräte, die Matter unterstützen, funktionieren mit Apple HomeKit, Google Home, Amazon Alexa und anderen Systemen - ohne Bridge, ohne Komplikationen. Das tado° X und das Bosch Thermostat 2 sind 2026 die besten Beispiele dafür. Geräte ohne Matter, wie das TP-Link KE100, sind zwar günstiger, aber sie bleiben an ein einzelnes System gebunden. Wenn du in Zukunft dein Smart-Home erweiterst, wirst du es bereuen, ein Gerät ohne Matter gewählt zu haben.
Was du vor der Installation wissen musst
Bevor du loslegst, musst du prüfen, ob deine Heizkörper überhaupt kompatibel sind. In 85 Prozent der deutschen Wohnungen gibt es den Standard-Ventilantrieb M30. Wenn dein Thermostat auf diesem Anschluss sitzt, ist die Installation einfach: Altes Thermostat ab, neues drauf. Fertig.Aber Achtung: Nicht alle Geräte passen auf alle Ventile. Das Bosch Thermostat funktioniert mit M30, aber wenn du eine alte Vaillant-Heizung hast, kann es sein, dass der Anschluss nicht passt. Nutzer auf Reddit berichten von Stunden mit Kundenservice, nur um festzustellen: Das Gerät ist nicht kompatibel. Überprüfe also vorher die Herstellerliste. Die meisten Hersteller haben Online-Kompatibilitäts-Checker.
Die Montage ist auch entscheidend. Ein Thermostat, das direkt neben dem Fenster hängt, misst die kalte Luft von draußen - nicht die Raumtemperatur. Ein Gerät in der Sonne denkt, es ist heißer, als es ist. Das führt dazu, dass deine Heizung unnötig läuft. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt: Mindestens 80 cm über dem Boden, mindestens 20 cm von Vorhängen entfernt. Und nie in der Nähe von Lampen, Fernsehern oder anderen Wärmequellen.
Die versteckten Kosten: Abonnements und Clouds
Ein großer Fehler, den viele Nutzer machen: Sie denken, dass ein teures Thermostat alles kann - ohne zusätzliche Kosten. Aber das stimmt nicht. Das tado° X bietet dir Geofencing und Fenstererkennung - aber nur, wenn du ein Abonnement für 9,99 Euro pro Jahr abschließt. Ohne das ist es ein teures, aber sehr einfaches Thermostat. Die App bleibt nutzbar, aber die smarten Funktionen sind weg.Dr. Lena Weber vom Öko-Institut warnt: "Wenn ein Hersteller seine Cloud-Dienste einstellt, wird das Thermostat oft nutzlos. Du hast dann ein teures Stück Plastik an deiner Wand." Das ist kein theoretisches Risiko. Schon mehrere Smart-Home-Produkte wurden eingestellt - und ihre Geräte funktionieren seitdem nicht mehr. Die Bosch-Modelle arbeiten hingegen weitgehend lokal. Sie brauchen keine Cloud, um zu funktionieren. Das ist ein entscheidender Vorteil.
Wie du die Förderung bekommst
Seit Januar 2024 gibt es eine staatliche Förderung: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zahlt bis zu 20 Prozent der Kosten für intelligente Heizungsregelungen. Das gilt für jedes einzelne Thermostat, das du wechselst. Du brauchst keinen Heizungstausch, keine Sanierung - nur den Austausch der alten Thermostate gegen smarte Geräte.Um die Förderung zu bekommen, musst du:
- Ein zertifiziertes Thermostat kaufen (alle hier genannten Modelle sind zertifiziert).
- Die Rechnung und den Nachweis der Installation aufbewahren.
- Die Förderung über das BAFA-Portal beantragen.
Die Förderung ist nicht auf ein bestimmtes Modell beschränkt. Hauptsache, es ist intelligent, kompatibel und mit einem digitalen Anschluss ausgestattet. Das bedeutet: Du kannst mit einem Aqara E1 für 30 Euro starten und trotzdem 6 Euro Förderung bekommen.
Was Experten wirklich sagen
Prof. Dr. Anja Schäfer von der TU München sagt klar: "Nicht alle smarten Thermostate sparen Energie. Manche verbrauchen sogar mehr - wenn sie falsch installiert sind." Das ist ein wichtiger Punkt. Ein Thermostat, das zu niedrig montiert ist oder in der Sonne steht, sendet falsche Daten. Die Heizung reagiert falsch. Du heizt mehr, als du müsstest.Dr. Markus Storck von der dena betont: "Die größte Einsparung kommt nicht vom Gerät, sondern von der Nutzung. Wer seine Gewohnheiten nicht ändert, spart kaum. Wer die App nutzt, die Geofencing-Funktion aktiviert und die Heizkurve anpasst, spart wirklich viel."
Die Stiftung Warentest sagt: "Die Einsparung wird erst nach drei Monaten messbar." Warum? Weil du dich erst an die neue Steuerung gewöhnen musst. Du lernst, wie dein Zuhause wirklich heizt. Du siehst, wann die Heizung zu viel macht. Und dann passt du es an.
Was kommt als Nächstes?
2025 ist ein Wendepunkt. Die Matter-Spezifikation 1.4 wird die Interoperabilität zwischen allen Smart-Home-Systemen deutlich verbessern. tado° kündigte an, dass ab März 2025 ein kostenloses Update die Bridge ersetzt - du brauchst sie dann nicht mehr. Bosch hat das Radiator Thermostat 2 mit Matter und Thread entwickelt, das auch in Mesh-Netzwerken bis zu 100 Meter Reichweite hat. Das bedeutet: Du brauchst keinen Router in jedem Zimmer.Ab 2026 wird die EnEV für alle Bestandsgebäude intelligente Heizungsregelungen vorschreiben. Das bedeutet: Wer 2026 sein Haus verkauft, muss die Thermostate erneuert haben. Der Markt wird sich weiter verändern. Bis 2027 wird laut Gartner 85 Prozent aller neuen Thermostate Matter-kompatibel sein. Alles andere wird verschwinden.
Was du jetzt tun solltest
Wenn du deine Heizung modernisieren willst, dann gehe so vor:- Prüfe deine Ventile: Sind es M30-Anschlüsse? Falls nicht, suche nach einem kompatiblen Modell.
- Wähle ein Matter-Gerät: Bosch oder tado° X - je nachdem, ob du Abonnements vermeiden willst.
- Installiere richtig: Nicht in der Sonne, nicht neben dem Fenster, mindestens 80 cm über Boden.
- Förderung beantragen: 20 Prozent Rückzahlung vom BAFA - das ist fast ein kostenloses Upgrade.
- Warte drei Monate: Dann siehst du, ob die Einsparung wirklich da ist.
Die alte Heizungsregelung ist vorbei. Die Zukunft ist smart, einfach und sparsam. Du musst nicht alles auf einmal ändern. Aber wenn du jetzt einen Schritt machst - einen einzigen Thermostat - dann hast du schon den Anfang gemacht. Und das ist mehr, als viele tun.