Materialliste für die Renovierung planen: So kalkulieren Sie Mengen und Einkauf richtig

Materialliste für die Renovierung planen: So kalkulieren Sie Mengen und Einkauf richtig
Bauen und Renovieren Lynn Roberts 23 Jan 2026 3 Kommentare

Bevor Sie den ersten Nagel in die Wand schlagen, sollten Sie wissen, wie viel Farbe, Fliesen oder Kleber Sie wirklich brauchen. Viele Heimwerker starten mit gutem Willen - und enden mit einem halb leeren Eimer Farbe, zu wenig Fliesen und einem zweiten Ausflug zum Baumarkt, der den ganzen Tag verschlingt. Das Problem? Sie haben die Mengen nicht richtig berechnet. Laut toom.de (2025) geraten 68 % aller Heimwerkerprojekte über das Budget, weil die Materialmenge falsch eingeschätzt wurde. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

Warum eine Materialliste mehr ist als eine einfache Liste

Eine Materialliste ist kein bloßes Notizblatt mit ein paar Stichpunkten. Sie ist Ihr Fahrplan für ein erfolgreiches Projekt. Sie verhindert, dass Sie mitten im Tapezieren feststellen, dass die Rolle zu Ende ist. Sie sorgt dafür, dass Sie nicht 20 Liter Farbe kaufen, obwohl 12 reichen. Und sie hilft Ihnen, das Budget im Blick zu behalten - ohne böse Überraschungen.

Ein guter Plan enthält sieben klare Kategorien: Grundmaterialien wie Tapeten, Farben und Fliesen, Werkzeuge wie Zollstock, Wasserwaage und Schraubendreher, Hilfsstoffe wie Kleber und Fugenmasse, Entsorgungsmaterial, Schutzausrüstung, Sondermaterialien für Spezialaufgaben und ein Puffer für Verschnitt. Ohne diesen Puffer sind Sie aufgeschmissen. Bei Fliesen ist das besonders kritisch: Bei diagonalen Verlegemustern brauchen Sie bis zu 15 % mehr als die reine Fläche vorgibt. Das vergisst fast jeder - und zahlt dann den Preis.

Wie Sie die richtigen Mengen berechnen - Schritt für Schritt

Die Berechnung fängt mit einer genauen Messung an. Keine Schätzung. Kein „passt schon“. Nehmen Sie das Maßband und messen Sie jede Wand, jede Decke, jeden Boden. Notieren Sie Länge, Breite und Höhe. Zeichnen Sie einen einfachen Grundriss - auch nur auf einem Blatt Papier. Markieren Sie Türen und Fenster. Diese Flächen ziehen Sie später von der Gesamtfläche ab.

Farbe: Die Formel ist einfach: (Wandfläche in m² × Anzahl der Anstriche) ÷ Deckkraft der Farbe. Standardfarben haben eine Deckkraft von 8 bis 12 m² pro Liter. Wenn Sie zwei Anstriche brauchen und Ihre Wandfläche 30 m² beträgt, rechnen Sie: (30 × 2) ÷ 10 = 6 Liter. Runden Sie auf 7 Liter auf - und planen Sie 10 % Puffer ein. Das ist kein Luxus, das ist Standard.

Fliesen: Messen Sie die Fläche, die belegt werden soll. Bei einem Badezimmer mit 8 m² Wandfläche und geradem Verlegemuster rechnen Sie 7 % Verschnitt: 8 × 1,07 = 8,56 m². Bei diagonal: 8 × 1,15 = 9,2 m². Kaufen Sie immer mindestens 10 % mehr. Warum? Weil Sie beim Schneiden immer etwas verlieren. Und weil Sie später vielleicht eine Ersatzfliese brauchen, wenn eine kaputtgeht.

Tapeten: Hier ist der Verschnitt oft größer als gedacht. Bei Mustern, die passen müssen, brauchen Sie 10-15 % mehr als die reine Fläche. Ein Raum mit 20 m² Wandfläche braucht also 22-23 m² Tapete. Die Rollenlänge beträgt meist 10 Meter. Teilen Sie die benötigte Fläche durch die Rollenbreite - und rechnen Sie die Anzahl der Rollen aus. Vergessen Sie nicht: Die letzte Rolle ist oft nur halb voll - und Sie brauchen sie trotzdem.

Die drei besten Tools für die Berechnung - und warum sie unterschiedlich gut sind

Es gibt viele kostenlose Tools, die Ihnen helfen sollen. Aber nicht alle sind gleich. Die WHK-Controlling Excel-Vorlage (Version 3.2, März 2025) ist die präziseste. Sie berechnet automatisch Farbmenge, Fliesenbedarf und Tapetenrollen - nur wenn Sie Länge, Breite und Höhe eingeben. 98 % Genauigkeit, gemessen an 50 realen Projekten. Sie ist nicht schön, aber sie funktioniert.

Die Baugorilla Sanierungs-Checkliste ist benutzerfreundlicher. Sie hat vorgefertigte Kategorien und eine klare Struktur. Aber sie ignoriert oft die Besonderheiten von Altbauten. Laut dem Fachverband Fliesen (2024) unterschätzen solche Rechner bei Altbauten die Materialmenge um durchschnittlich 11,3 %. Wenn Ihr Haus aus den 60er Jahren stammt, ist das ein Problem.

Die toom.de Renovierungs-App (Version 2.1, Januar 2025) nutzt Augmented Reality. Sie hält Ihr Smartphone an die Wand - und die App misst die Fläche automatisch. Das klingt wie Magie. Aber es funktioniert nur, wenn die Wände gerade sind und die Lichtverhältnisse gut. In einem alten Haus mit unebenen Wänden? Fehlalarm. Die App sagt 10 m², tatsächlich sind es 11,8 m². Da hilft nur die alte Methode: Maßband und Rechnen.

Eine Hand misst eine unebene Wand, während Formeln und Fliesen in psychedelischen Mustern schweben.

Die häufigsten Fehler - und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Fehler passieren, bevor Sie überhaupt etwas kaufen. Hier sind die Top 3:

  1. Ungenau gemessen: 63 % der Heimwerker auf Reddit geben an, sie hätten die Wände falsch abgemessen. Ein Raum ist nicht quadratisch. Die Decke ist schräg. Die Türöffnung ist breiter als gedacht. Messen Sie alles - und schreiben Sie es auf.
  2. Verschnitt vergessen: 48 % unterschätzen den Abfall. Fliesen, Tapeten, Holzdielen - alles hat einen Verschnitt. Planen Sie mindestens 7 % ein. Bei komplexen Mustern 15 %.
  3. Grundierung und Silikon unterschätzt: Heimhaus.de (2025) zeigt: 73 % der Badezimmer-Renovierer haben zu wenig Silikon gekauft. 65 % haben die Grundierung vergessen. Beides ist nicht sichtbar - aber entscheidend. Ohne Grundierung haftet Farbe nicht. Ohne Silikon läuft das Wasser in den Boden.

Ein Nutzer namens „RenovierPro87“ schrieb auf Reddit: „Habe 15 m² Fliesen bestellt. Brauchte 17,8 m² wegen der Dachschräge und der Türöffnung. 187 Euro mehr ausgegeben - und drei Tage Verspätung.“ Das kann man vermeiden.

Der Puffer - Ihr Sicherheitsnetz

Ein Puffer von 5-10 % pro Materialkategorie ist kein Luxus, es ist Pflicht. Warum? Weil:

  • ein Teil beim Schneiden verloren geht
  • die Farbe nicht ganz gleich ist, wenn Sie sie später nachkaufen
  • ein Fliesenstück bricht, während Sie verlegen
  • ein Holzbrett eine Delle hat

Wenn Sie 100 Liter Farbe brauchen, kaufen Sie 105. Wenn Sie 30 Rollen Tapete brauchen, holen Sie 33. Das kostet ein bisschen mehr - aber es verhindert, dass Sie mitten in der Arbeit stehen, weil Sie nichts mehr haben. Und es erspart Ihnen einen zweiten Ausflug zum Baumarkt - mit all den Stunden, die das kostet.

Ein erfahrener Handwerker zeigt auf eine schwebende Excel-Tabelle mit Berechnungen und Warnhinweisen für Renovierungen.

Wann Sie einen Handwerker einholen sollten

Sie haben die Liste fertig? Gut. Jetzt holen Sie sich noch einen Profi. Nicht, um alles zu machen - sondern um zu prüfen. Ein Fliesenleger, ein Maler oder ein Tischler schaut sich Ihre Liste an. Er kennt die Fallstricke. Er weiß, wie viel Kleber Sie wirklich brauchen, wenn die Wand uneben ist. Er weiß, ob die Fliesen in der Dusche speziellen Anforderungen unterliegen.

Laut Siebert Dienstleistungen (2025) reduziert diese einfache Überprüfung Materialfehlkäufe um 37 %. Das ist kein kleiner Gewinn. Das ist Geld, das Sie behalten. Und Zeit, die Sie nicht verlieren.

Was sich 2026 ändern wird - und warum Sie jetzt handeln sollten

Die Technik entwickelt sich. Bis 2027 werden über 80 % der Renovierer digitale Tools nutzen - heute sind es erst 45 %. Baugorilla plant eine KI, die auf Basis von 10.000 Projekten voraussagt, wie viel Material Sie brauchen. Die WHK-Vorlage hat jetzt eine CO₂-Bilanz - damit Sie umweltfreundlicher wählen können.

Aber die größte Veränderung kommt von außen: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) macht Sanierungen komplexer. Dämmung, Fenster, Lüftung - alles muss passen. Und das kostet mehr. Wenn Sie jetzt nicht genau planen, werden Sie später doppelt zahlen. Denn nachträglich zu ändern ist immer teurer als richtig von Anfang an.

Die beste Zeit, um zu planen, ist vor dem ersten Bohrer. Nicht mitten im Chaos. Nicht, wenn die Farbe trocknet und Sie keine mehr haben. Sondern jetzt. Mit Maßband, Papier und einem klaren Kopf.

Was Sie jetzt tun sollten

Starten Sie nicht mit dem Einkauf. Starten Sie mit dem Zollstock. Gehen Sie durch Ihr Haus. Messen Sie jede Wand. Schreiben Sie auf: Länge, Breite, Höhe. Subtrahieren Sie Türen und Fenster. Rechnen Sie die Flächen aus. Wählen Sie Ihre Materialien. Nutzen Sie die WHK-Controlling Excel-Vorlage - sie ist kostenlos, zuverlässig und macht die Rechnung für Sie. Fügen Sie 10 % Puffer hinzu. Prüfen Sie die Liste mit einem Handwerker. Dann erst kaufen Sie.

Ein gut geplanter Renovierungsprozess ist kein Luxus. Er ist die Grundlage dafür, dass Ihr Projekt nicht zum Stress wird. Dass Sie am Ende nicht nur ein schönes Zuhause haben - sondern auch noch Geld im Portemonnaie.

Wie berechne ich die richtige Farbmenge für eine Wand?

Multiplizieren Sie die Wandfläche (Länge × Höhe) mit der Anzahl der Anstriche. Teilen Sie das Ergebnis durch die Deckkraft der Farbe (meist 8-12 m² pro Liter). Beispiel: 30 m² Wandfläche, 2 Anstriche, Deckkraft 10 m²/L → (30 × 2) ÷ 10 = 6 Liter. Runden Sie auf 7 Liter auf und addieren Sie 10 % Puffer - also 7,7 Liter. Kaufen Sie 8 Liter.

Wie viel Verschnitt sollte ich bei Fliesen einplanen?

Bei geradem Verlegemuster: mindestens 7 %. Bei diagonalen Mustern: 12-15 %. Bei komplexen Formen oder alten Wänden: bis zu 20 %. Der Verschnitt entsteht durch Schnitte, Brüche und Anpassungen an Ecken, Rohre oder Türen. Nie nur die reine Fläche kaufen - sonst bleibt Ihnen nichts übrig.

Warum ist die WHK-Controlling Excel-Vorlage so empfehlenswert?

Sie ist kostenlos, einfach zu bedienen und hat automatische Formeln, die bei Eingabe der Raummaße sofort die richtigen Mengen berechnen - für Farbe, Fliesen, Tapeten, Kleber und mehr. Sie berücksichtigt Verschnitt und Puffer. In Tests erreichte sie 98 % Genauigkeit - das ist die höchste unter allen verfügbaren Tools. Sie ist kein Spielzeug, sondern ein professionelles Planungsinstrument.

Was passiert, wenn ich zu wenig Silikon kaufe?

Silikon dichtet ab - besonders in Bädern und Küchen. Zu wenig Silikon führt zu undichten Nahtstellen, Schimmelbildung und Wasserschäden. Nachträglich nachzukaufen ist schwierig: Die Farbe passt oft nicht mehr, und das alte Silikon muss komplett entfernt werden. Das kostet Zeit und Geld. Immer mindestens 2-3 Tuben mehr kaufen als berechnet - besonders bei großen Flächen.

Sollte ich bei Altbauten mehr Material einkalkulieren?

Ja. Altbauten haben unebene Wände, alte Putzschichten und versteckte Schäden. Laut dem Sanierungsleitfaden Baden-Württemberg (2024) braucht man bei Fachwerkhäusern durchschnittlich 22 % mehr Putz als bei Neubauten. Auch bei Fliesen und Tapeten sollte der Puffer höher liegen - mindestens 15 %, besser 20 %. Was im Neubau einfach ist, wird im Altbau komplex.

Kann ich die Materialliste digital erstellen?

Ja - und das ist sogar ratsam. Nutzen Sie die WHK-Controlling Excel-Vorlage oder die Baugorilla-Checkliste. Beide sind kostenlos und speziell für Renovierungen gemacht. Sie verhindern Rechenfehler, speichern Ihre Daten und lassen sich leicht anpassen. Eine digitale Liste ist immer aktuell - und Sie können sie mit einem Handwerker teilen, bevor Sie einkaufen.

Wie viele Baumarktbesuche sollte ich erwarten?

Mit einer guten Planung: genau einen. Ohne Planung: drei oder mehr. toom.de dokumentierte, dass 56 % der Heimwerker mindestens einen zusätzlichen Einkauf tätigen müssen. Das kostet nicht nur Zeit - sondern auch Geld durch unnötige Anfahrten und möglicherweise höhere Preise am Wochenende. Eine saubere Liste vermeidet das.

Kommentare

  • Helga Blankenship

    Helga Blankenship Januar 24, 2026

    Ich hab das letzte Mal total vergessen, dass ich bei Fliesen noch Puffer brauche… und dann stand ich mit 2 kaputten Stückchen da und musste 2 Tage warten, bis die neue Lieferung kam… 😩 Und die Farbe? Hab 10 Liter gekauft, obwohl 6 reichten… jetzt hab ich ne halbe Dose im Keller, die ich nie mehr brauche…

  • Ulrich Linder

    Ulrich Linder Januar 25, 2026

    Maßband raus, messen, rechnen, 10 % drauf. Fertig. Keine Apps, keine komplizierten Tabellen. Wer das nicht macht, kauft zu viel oder zu wenig. Punkt.
    Und Silikon nie vergessen. Das ist nicht optional. Das ist Leben oder Tod für dein Bad.

  • Angela Francia

    Angela Francia Januar 26, 2026

    Haha ja klar, die WHK-Vorlage ist der Heilige Gral… aber wer hat die schon? Ich hab ne Excel-Tabelle von meinem Opa aus 2008, die mit 'm²' und 'L' schreibt und kein einziges Formel-Icon hat. Und trotzdem hab ich nie was zu wenig gekauft. Die moderne Technik ist oft nur ne Komfortfalle. Ich messe mit nem alten Zollstock, rechne mit dem Taschenrechner von 1995 und bin glücklich. 🤓

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