Rampen einbauen: So planen Sie Steigung und Material am Hauseingang richtig

Rampen einbauen: So planen Sie Steigung und Material am Hauseingang richtig
Bauen und Renovieren Lynn Roberts 2 Jan 2026 0 Kommentare

Ein Hauseingang, der für Sie oder einen Angehörigen nicht mehr zugänglich ist, ist kein kleines Problem - das ist ein Lebensqualitätsproblem. Ob nach einem Sturz, mit zunehmendem Alter oder durch eine chronische Erkrankung: Wenn die kleine Stufe vor der Tür zur unüberwindbaren Barriere wird, bleibt oft nur eine Lösung: eine Rampe. Aber nicht jede Rampe hilft. Eine zu steile Rampe macht das Befahren gefährlich. Ein falsches Material rostet, rutscht oder bricht. Und eine zu kurze Rampe lässt Sie nicht einmal wenden. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Rampe richtig planen - mit Zahlen, Materialien und Praxis-Tipps, die wirklich zählen.

Die richtige Steigung: 6 % ist die Regel, nicht der Wunsch

Viele denken: „Ein bisschen steiler geht doch auch.“ Das ist gefährlich. Laut DIN 18040-1 ist die deutsche Norm für barrierefreies Bauen, die seit 2015 gilt und seit 2022 verstärkt auch für private Wohnungen empfohlen wird darf eine Rampe maximal 6 % Steigung haben. Das klingt technisch, ist aber einfach zu verstehen: Bei 1 Meter Länge darf die Rampe nur 6 Zentimeter Höhe überwinden. Bei einer Türschwelle von 30 Zentimetern brauchen Sie also mindestens 5 Meter Rampe: 30 × 100 ÷ 6 = 500 cm. Kein Spielraum. Keine Ausnahme. Nicht mal, wenn Sie mit einem Elektrorollstuhl fahren.

Warum genau 6 %? Forscher der Technischen Universität München haben 2018 getestet: Nur 38 % der Menschen über 65 Jahren können eine Steigung von mehr als 6 % ohne Hilfe bewältigen. Bei 8 % steigt das Sturzrisiko um 47 % - das warnt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Und wer eine Rampe mit 12 % Steigung baut, um Platz zu sparen, macht sie für Rollstuhlfahrer praktisch unbenutzbar. Selbst mit Begleitung ist das ein Haftungsrisiko. Die Industrie- und Handelskammer München sagt es klar: „Über 8 % im privaten Bereich? Keine gute Idee.“

Breite, Wendeflächen und Handläufe: Die unsichtbaren Regeln

Die Steigung ist das Wichtigste - aber nicht das Einzige. Eine Rampe muss auch breit genug sein. Mindestens 120 Zentimeter. Wenn zwei Rollstühle gleichzeitig passieren sollen - etwa bei Pflegekräften oder Familienbesuchen - brauchen Sie 180 Zentimeter. Und das ist nicht nur eine Empfehlung: Wer später Hilfe braucht, will nicht auf der Rampe warten, weil jemand anderes gerade vorbeikommt.

Am Anfang und Ende der Rampe muss eine ebene Fläche von 1,5 × 1,5 Metern sein. Das ist kein Luxus. Das ist Überlebensnotwendigkeit. Viele Nutzer berichten auf Reddit und in Facebook-Gruppen: „Ich konnte im Winter nicht ins Haus, weil ich nicht wenden konnte.“ Keine Wendefläche = kein Zugang. Punkt. Und bei Rampen länger als 6 Meter brauchen Sie ein Zwischenpodest. Mindestens 120 cm breit und 150 cm lang. Sonst verliert man die Kontrolle - besonders bei E-Rollstühlen oder schweren Transportwagen.

Handläufe sind nicht optional. Sie müssen 85 cm hoch sein, einen Durchmesser von 3 bis 4,5 cm haben und mindestens 30 cm über das Ende der Rampe hinausragen. Warum? Weil Menschen beim Hoch- und Runterfahren nicht nur halten, sondern auch abstützen wollen. Ein zu kurzer Handlauf gibt kein Sicherheitsgefühl - und das führt dazu, dass man die Rampe trotzdem nicht nutzt.

Materialien im Vergleich: Beton, Aluminium, Kunststoff

Was nehmen Sie? Beton? Aluminium? Holz? Die Wahl des Materials entscheidet über Haltbarkeit, Wartung und Sicherheit.

Beton ist die robusteste Lösung. Eine feste Betonrampe hält 30 Jahre oder länger, wenn sie richtig betoniert und mit rutschfestem Belag versehen ist. Natursteinplatten oder rauher Beton sind ideal für Schnee und Regen. Die Kosten liegen zwischen 4.000 und 8.000 Euro - inklusive Handläufen und Bodenbelag. Aber: Sie brauchen 14 Tage Trockenzeit. Und wenn Sie sich vertun, ist das teuer zu korrigieren. Max Bögl und Ed. Züblin sind die größten Anbieter für solche Lösungen.

Aluminium ist leicht, korrosionsbeständig und lässt sich schnell montieren. Eine feste Aluminiumrampe kostet etwa 2.800 Euro. Aber: Viele günstige Modelle haben Scharniere, die nach 6-12 Monaten rosten - selbst wenn der Hersteller „wetterfest“ verspricht. Nutzer auf Trustpilot bewerten mobile Aluminiumrampen mit 3,2 von 5 Sternen. Die Kritik: „Rost an den Verbindungen. Keine Sicherheit mehr.“ Für dauerhafte Nutzung ist Aluminium nur empfehlenswert, wenn es vollständig verschweißt und lackiert ist.

Kunststoff ist die neue Entwicklung. Seit März 2024 bietet die Firma RampenFlex ein patentiertes System aus recyceltem Kunststoff an, das sich an das Gelände anpasst und die Steigung zwischen 4 und 8 % variieren kann. Das ist besonders nützlich, wenn der Boden uneben ist. Die Kosten liegen bei etwa 3.500 Euro. Vorteil: Kein Rost, kein Holzverfall. Nachteil: Noch nicht überall verfügbar.

Holz klingt natürlich - und ist oft billig. Aber: 37 % der Nutzer berichten auf Pflegelotse.de von Verwitterung nach 1-2 Jahren. Risse, Schimmel, Rutschgefahr. Keine gute Wahl, wenn Sie langfristig planen.

Vergleich dreier Rampenmaterialien: Beton, Aluminium und Kunststoff, mit symbolischen Wetter- und Sicherheitszeichen.

Mobile Rampen: Schnelle Lösung - aber mit Risiken

Manche greifen zu mobilen Rampen, weil sie günstig sind - zwischen 150 und 1.500 Euro. Aber sie sind nur für gelegentliche Nutzung geeignet. Wer sie täglich benutzt, merkt schnell: Sie verrutschen, kippen, sind bei Wind und Schnee unzuverlässig. Ein Nutzer schreibt: „Ich habe sie für meine Mutter gekauft. Nach drei Monaten hat sie sich nicht mehr getraut, sie zu benutzen. Sie hat Angst, dass sie wegrutscht.“

Mobile Rampen sind kein Ersatz für eine feste Lösung. Sie können als Übergangslösung dienen - etwa während der Bauzeit einer festen Rampe. Aber nie als Dauerlösung. Und: Sie müssen immer auf ebener, fester Fläche aufgelegt werden. Ein rutschiger Boden macht sie gefährlich - wie der ADAC in seinem Sicherheitsreport betont.

Die 4-Schritte-Planung: So gehen Sie vor

Sie wollen eine Rampe einbauen? Dann folgen Sie diesen Schritten - kein Überspringen.

  1. Genau messen: Nutzen Sie kein Maßband, das nachgibt. Messen Sie die Höhendifferenz zwischen Boden und Türschwelle exakt. Nicht schätzen. Nicht grob. Bis auf Millimeter genau.
  2. Rechnen: Höhe in cm × 100 ÷ 6 = benötigte Länge. Bei 20 cm Höhe: 333 cm. Bei 40 cm: 666 cm. Schreiben Sie es auf.
  3. Prüfen: Haben Sie genug Platz für die Rampe + 1,5 × 1,5 m Wendefläche vor und hinter der Rampe? Gibt es Türen, Heizkörper, Blumenbeete, die im Weg sind? Zeichnen Sie es auf Papier.
  4. Wählen: Beton für Dauer, Aluminium für Qualität, Kunststoff für Flexibilität. Verzichten Sie auf Holz. Und niemals auf Handläufe oder Wendeflächen.

Architekturbüros wie EMC2 berichten: 68 % der Nachbesserungen passieren, weil die Rampe zu steil war. 23 % wegen zu geringer Breite. 17 % weil kein Handlauf da war. Diese Fehler sind vermeidbar.

Familie hilft beim Wenden auf breiter Rampe, während Förderhinweise und Maße als schwebende Symbole erscheinen.

Kosten und Förderung: Was zahlt die KfW?

Eine feste Betonrampe kostet durchschnittlich 4.200 Euro. Eine feste Aluminiumrampe 2.800 Euro. Mobile Lösungen liegen bei 650 Euro. Aber: Sie müssen nicht alles selbst zahlen.

Die KfW-Bank fördert barrierefreie Umbauten mit bis zu 6.500 Euro pro Wohnung - unter dem Programm 455-E. Seit Januar 2024 ist das möglich. Und ab 2025 will die Deutsche Rentenversicherung die Förderung von 4.000 auf 8.000 Euro erhöhen. Das ist kein Zufall. Die Nachfrage steigt jährlich um 7,2 % - laut Statista. Und die Gesellschaft ändert sich: 20,8 Millionen Deutsche sind über 65. Die Zahl der aktiven Rollstuhlfahrer liegt bei 300.000.

Wenn Sie die Förderung beantragen, brauchen Sie: eine Baubeschreibung, einen Kostenvoranschlag und einen Nachweis, dass die Rampe DIN 18040-1 entspricht. Ein Architekt oder ein barrierefreier Bauberater kann das helfen. Die meisten Kommunen bieten kostenlose Beratung an.

Was passiert, wenn Sie es falsch machen?

Ein falsch gebaute Rampe ist nicht nur unpraktisch - sie ist gefährlich. Und rechtlich riskant. Wenn jemand auf einer zu steilen Rampe stürzt, kann der Hausbesitzer haftbar gemacht werden - selbst wenn er nicht wusste, dass die Steigung zu hoch ist. Die Rechtsprechung ist klar: „Der Eigentümer trägt die Verantwortung für die Sicherheit des Zugangs.“

Und es gibt eine soziale Seite: Wer eine Rampe vermeidet, weil er „es ja schafft“, verliert die Unabhängigkeit. Wer nicht mehr aus dem Haus kommt, wird isoliert. Wer nicht mehr zum Arzt fahren kann, riskiert seine Gesundheit. Eine Rampe ist kein Luxus. Sie ist ein Grundrecht auf Teilhabe.

Die größte Barriere ist nicht die Stufe. Die größte Barriere ist die Angst - Angst vor Kosten, vor Komplexität, vor dem, was kommt. Aber mit den richtigen Zahlen, dem richtigen Material und der richtigen Planung wird aus einer Hürde ein Tor.

Wie berechne ich die Länge meiner Rampe?

Multiplizieren Sie die Höhe der Schwelle in Zentimetern mit 100 und teilen Sie das Ergebnis durch 6. Beispiel: Bei einer 25 cm hohen Schwelle: 25 × 100 ÷ 6 = 416,6 cm. Sie brauchen also mindestens 4,2 Meter Rampe. Niemals kürzer - sonst wird es gefährlich.

Darf ich eine Rampe selbst bauen?

Ja - aber nur, wenn Sie die DIN 18040-1 genau einhalten. Das bedeutet: exakte Messung, 6 % Steigung, 120 cm Breite, 1,5 × 1,5 m Wendeflächen, Handläufe mit 3-4,5 cm Durchmesser. Viele Selbstbauer unterschätzen die technischen Anforderungen. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich einen Bauberater. Ein Fehler kann teuer und gefährlich werden.

Welches Material hält am längsten?

Beton mit rutschfestem Natursteinbelag hält 30 Jahre und mehr. Aluminium ist robust, aber nur bei hochwertiger Verarbeitung. Recycelter Kunststoff ist neu und wetterbeständig, aber noch nicht überall verfügbar. Holz ist die schlechteste Wahl - es verrottet, rutscht und muss alle 2-3 Jahre ersetzt werden.

Brauche ich einen Handlauf, wenn ich einen Elektrorollstuhl habe?

Ja. Elektrorollstühle haben zwar mehr Kraft, aber keine Stabilität bei Neigung. Handläufe helfen beim Anfahren, beim Bremsen und bei Notfällen. Selbst bei Elektrogeräten ist ein Handlauf gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Rampe öffentlich zugänglich ist - und auch privat ist es eine Frage der Sicherheit.

Kann ich eine Rampe auch im Winter nutzen?

Ja - aber nur mit rutschfestem Belag. Beton mit Naturstein oder speziellem Profil ist ideal. Aluminium und Kunststoff müssen eine rauhe Oberfläche haben. Keine glatten Platten. Keine Holzdielen. Und: Schnee und Eis müssen regelmäßig entfernt werden. Eine Rampe ist nur so sicher, wie ihre Pflege.

Wie lange dauert der Einbau?

Eine mobile Rampe kann in einem Tag montiert werden. Eine feste Betonrampe braucht 2-10 Tage Bauzeit - plus 14 Tage Trockenzeit. Aluminiumrampen werden meist in 3-5 Tagen eingebaut. Planen Sie immer Zeit für Wetterverzögerungen ein.