Fußbodenheizung Nasssystem: Was Sie über Aufbau, Kosten und Einbau wissen müssen
Ein Fußbodenheizung Nasssystem, ein wasserbasiertes Heizsystem, bei dem Heizrohre in eine feuchte Estrichschicht eingebettet werden. Auch bekannt als Feuchtestrich-Heizung, ist es die klassische und meistverwendete Form der Fußbodenheizung in Neubauten und umfassenden Sanierungen. Im Gegensatz zu Trockensystemen, die auf Platten oder Schalen montiert werden, verbindet das Nasssystem Heizung und Bodenstruktur in einer einzigen, stabilen Schicht. Das macht es langlebig, gleichmäßig warm und besonders energieeffizient – wenn es richtig eingebaut wird.
Dieses System besteht aus drei Hauptkomponenten: den Heizrohren (meist PE-X oder PE-RT), dem wärmeleitenden Estrich (meist Zement- oder Calciumsulfat-Estrich) und der Dämmschicht darunter. Die Rohre werden in einem Abstand von 10 bis 25 cm verlegt – je nach Wärmebedarf des Raums. Der Estrich dient nicht nur als Träger, sondern auch als Speicher: Er speichert Wärme und gibt sie langsam ab. Das sorgt für angenehme, konstante Temperatur, ohne dass die Heizung ständig an- und abschaltet. Ein Estrich, die tragende Schicht, die die Heizrohre umgibt und die Wärme gleichmäßig verteilt muss mindestens 4 cm dick sein, um Druck und Wärme richtig zu übertragen. Zu dünn? Dann entsteht Rissbildung und die Heizung verliert Effizienz. Zu dick? Dann braucht sie länger, um auf Temperatur zu kommen – und das erhöht die Betriebskosten.
Das Heizrohr, das warmes Wasser durch den Estrich leitet und die Raumtemperatur regelt ist das Herzstück. Kein Wunder, dass viele Installateure auf Marken wie Uponor, Rehau oder Wavin setzen – sie garantieren Langlebigkeit und Dichtheit. Die Rohre werden meist in einem Netz oder auf einer Dämmplatte fixiert, um Verschiebungen beim Gießen zu vermeiden. Wichtig: Die Rohre müssen vor dem Gießen auf Druck geprüft werden. Ein Undichtheitsfehler nach dem Estrich ist eine teure und aufwendige Reparatur.
Warum wählt man das Nasssystem? Weil es sich besonders gut für Neubauten und umfassende Sanierungen eignet, wo Zeit und Raum für den Einbau vorhanden sind. Es ist ideal für Stein, Fliesen oder Natursteinböden – alles, was gut Wärme leitet. Aber: Es braucht Wochen, bis der Estrich vollständig getrocknet ist. Das ist kein Nachteil, wenn man plant – aber ein Problem, wenn man schnell fertig sein will. Dann ist ein Trockensystem schneller. Auch bei bestehenden Böden, wo man nicht den Boden aufschlagen darf, ist das Nasssystem oft keine Option. Die Kosten liegen zwischen 60 und 100 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material und Einbau. Das ist mehr als ein Trockensystem, aber die Lebensdauer von 40 Jahren und die geringeren Betriebskosten machen es langfristig oft günstiger.
Was viele nicht wissen: Ein Nasssystem braucht eine korrekte Anbindung an den Heizkessel. Es funktioniert am besten mit niedrigen Vorlauftemperaturen – also ideal mit Wärmepumpe oder modernen Gasbrennwertgeräten. Mit alten Heizungen, die über 70 Grad liefern, läuft es zwar – aber nicht effizient. Auch die Regelung ist entscheidend: Ein Raumfühler und eine Wetterabhängige Regelung sparen bis zu 20 % Energie. Und: Die Dämmung unter dem Estrich muss mindestens der aktuellen EnEV entsprechen. Ein schlecht gedämmter Boden ist wie ein Heizkörper nach unten – die Wärme verschwindet im Untergeschoss.
In der Sammlung unten finden Sie praktische Anleitungen, die genau diese Themen aufgreifen: Wie man eine Fußbodenheizung richtig plant, welche Fehler bei der Einbindung auftreten, wie man Kosten kalkuliert und warum die Wahl des Estrichs so wichtig ist. Ob Sie renovieren, bauen oder einfach nur verstehen wollen, warum Ihr Boden so gleichmäßig warm wird – hier finden Sie die Fakten, die auf der Baustelle zählen.