Türen austauschen: Innentüren und Haustüren richtig selbst einbauen

Türen austauschen: Innentüren und Haustüren richtig selbst einbauen
Bauen und Renovieren Lynn Roberts 15 Jan 2026 0 Kommentare

Wenn du deine Wohnung sanierst, ist der Türtausch oft der unsichtbare Held der Renovierung. Niemand sieht sie, aber alle spüren den Unterschied: eine Tür, die sanft zufällt, keine Zugluft mehr spürt und perfekt in den Raum passt. Doch wer glaubt, dass man einfach eine alte Tür raus- und eine neue reinschraubt, liegt falsch. Türen austauschen ist kein einfacher Heimwerkerjob - besonders nicht bei Außentüren. Die Unterschiede zwischen Innentür und Haustür sind größer, als du denkst. Und ein falscher Schritt kann dir später teuer zu stehen kommen - durch Zugluft, Feuchtigkeitsschäden oder sogar Sicherheitslücken.

Was du vor dem Türtausch wissen musst

Bevor du einen Schraubendreher ansetzt, musst du wissen, was du ersetzt. Innentüren und Außentüren sind nicht nur anders aussehen - sie sind komplett andere Bauteile. Innentüren wiegen zwischen 25 und 40 kg, bestehen meist aus MDF mit Holzfurnier und haben eine Dicke von 39-42 mm. Sie dienen nur der Raumaufteilung, nicht dem Schutz. Haustüren dagegen sind echte Widerstandskörper: 65-90 mm dick, 70-120 kg schwer, aus Holz, Stahl oder Aluminium. Sie müssen Wind, Regen, Kälte und Einbruch abhalten. Und sie müssen den neuen Energieeinsparverordnungen entsprechen - ab 2024 sogar mit einem U-Wert von maximal 0,95 W/m²K. Das bedeutet: Eine alte Haustür aus dem Jahr 2000 hat vielleicht einen U-Wert von 2,5. Eine neue, moderne Tür bringt ihn auf 0,8. Das spart bis zu 15 % der Heizkosten.

Der Unterschied: Innentür vs. Haustür - warum du nicht einfach die gleiche Methode verwendest

Viele Heimwerker denken: „Ich hab die Zimmertür selbst eingebaut, also klappt das auch mit der Haustür.“ Das ist ein gefährlicher Irrtum. Bei Innentüren reicht es, die alte Zarge mit einem Brecheisen zu lösen, die neue Zarge mit Montageschaum zu fixieren und das Türblatt einzuhängen. Alles mit einer 1,5-Meter-Wasserwaage und ein paar Holzkeilen. Fertig. Die Maueröffnung muss nur 4-6 cm breiter und 2-3 cm höher sein als das Türblatt. Keine besonderen Anforderungen an Dämmung oder Abdichtung.

Bei Haustüren ist das anders. Hier ist die Maueröffnung um 6-8 cm breiter und 4-5 cm höher als das Türblatt. Warum? Weil du hier einen Abdichtungsbereich von mindestens 3 cm brauchst - und zwar um die gesamte Zarge herum. Und das ist kein Schaum, der schnell aushärtet. Das ist eine mehrschichtige Abdichtung: Dichtband, Dichtungsschicht, Dampfbremse, Außenabdichtung. Ein Fehler hier, und du hast nicht nur Wärmeverlust - du hast Schimmel. Das Fraunhofer-Institut hat nachgewiesen: Bereits 1 % fehlerhafte Abdichtung reduziert die Dämmwirkung um bis zu 25 %. Das ist kein kleiner Verlust. Das ist ein riesiger Fehler.

Und dann ist da noch die Befestigung. Innentüren werden mit Schaum fixiert. Haustüren werden zusätzlich mit Schrauben in den Mauerwerkskörper eingebaut. Und zwar mindestens vier Punkte, verteilt auf die Zarge. Sonst wackelt sie. Sonst kann sie bei Winddruck nachgeben. Sonst wird sie im Laufe der Zeit schief. Und das merkst du erst, wenn die Tür nicht mehr richtig schließt - oder wenn der Schlüssel nicht mehr dreht.

Werkzeugliste: Was du wirklich brauchst

Für Innentüren reicht ein grundlegendes Heimwerker-Set: Schraubendreher, Wasserwaage (mindestens 1,5 Meter lang!), Holzkeile, Abstandsplättchen, einen Hammer, einen Bohrer und ein Maßband. Ein Innensechskantschlüssel hilft, wenn die Scharniere mit Inbusschrauben gesichert sind. Das ist alles. Du brauchst keine Säbelsäge, keine Mauerfräse, kein Flexgerät.

Für Haustüren ist das anders. Hier brauchst du:

  • Eine Säbelsäge (Fuchsschwanz) zum Zuschneiden der alten Zarge
  • Ein Brecheisen zum Lösen von altem Mörtel
  • Eine Mauerfräse oder Flex, falls die Maueröffnung zu klein ist - und das ist oft der Fall
  • Eine Bohrmaschine mit Betonbohrer für die Schrauben
  • Dichtungsbänder (z. B. EPDM oder Kunststoff-Dichtbänder)
  • Einen Dichtungskitt oder Montageschaum mit hoher Elastizität
  • Ein Niveau mit 2-Meter-Länge - keine 1,5-Meter-Wasserwaage reicht hier
Viele Heimwerker unterschätzen die Maueröffnung. Die Anleitungen von Bauhaus oder HORNBACH sagen: „Mess genau.“ Aber sie sagen nicht: „Rechne mit 2-3 cm mehr als du denkst.“ Ein Nutzer auf Heimwerker-Forum.de berichtet: „Die Zarge von OBI passte nicht. Ich musste mit der Flex 2 cm Mauer entfernen - das stand nirgendwo in der Anleitung.“ Das ist kein Einzelfall. In 65 % der Fälle, in denen Türmontagen scheitern, liegt die Ursache in ungenügender Vorbereitung der Maueröffnung - wie HORNBACH selbst in ihrer Meisterschmiede feststellt.

Aufteilung: Innentür mit Holzkeilen links, Haustür mit Dichtbändern und Flex rechts in psychedelischem Stil.

Montage-Schritte: Innentür im Überblick

1. Alte Tür entfernen: Schrauben lösen, Tür ausheben. Falls die Zarge mit Mörtel festgesetzt ist - Vorsicht. Nicht mit dem Brecheisen loshauen. Besser mit einer Säbelsäge die Verbindungen durchtrennen.

2. Maueröffnung prüfen: Breite und Höhe messen. Die Öffnung muss 4-6 cm breiter und 2-3 cm höher sein als das Türblatt. Falls nicht - dann musst du nacharbeiten. Mit der Flex oder einem Meißel.

3. Zarge ausrichten: Zarge in die Öffnung setzen. Mit Holzkeilen und Abstandsplättchen fixieren. Die Wasserwaage muss senkrecht und waagerecht sein. Eine Abweichung von mehr als 2 mm pro Meter führt zu Problemen beim Schließen - das bestätigt HORNBACH.

4. Zarge fixieren: Mit Montageschaum füllen. Aber nicht zu viel! Schaum dehnt sich aus. Fülle nur die Hohlräume, nicht die gesamte Öffnung. Warte 24 Stunden, bis er ausgehärtet ist.

5. Türblatt einhängen: Scharniere anbringen, Tür einhängen. Prüfen, ob sie ohne Anstrengung schließt. Bodenfreiheit: 3 mm - egal ob Fliesen, Laminat oder Parkett.

6. Abdeckleisten anbringen: Verdecken die Lücken zwischen Zarge und Wand. Mit Holzdübeln oder Nagelholz.

Montage-Schritte: Haustür im Überblick

1. Alte Tür komplett entfernen: Nicht nur das Türblatt. Die ganze Zarge. Mit Säbelsäge und Brecheisen. Alte Dichtungen und Mörtelreste entfernen. Bis zur Mauerfläche.

2. Maueröffnung vorbereiten: Messen. Mindestens 6-8 cm breiter, 4-5 cm höher als die neue Tür. Falls nötig: Mauer mit Flex oder Meißel abtragen. Keine halben Sachen. Die Öffnung muss perfekt sein - sonst wird es später teuer.

3. Abdichtung vorbereiten: Dichtband um die Zarge legen. Nicht auf die Wand, sondern auf die Zarge. Dann die Dampfbremse anbringen - innen. Das verhindert, dass Feuchtigkeit in die Wand wandert.

4. Zarge einsetzen und ausrichten: Mit einer 2-Meter-Wasserwaage prüfen. Senkrecht. Waagerecht. Kein Spielraum. Ein Fehler hier, und du hast später ein Schiefhängen. Experten sagen: 80 % des Erfolgs entscheiden sich bei der Zargenausrichtung - das sagt Dipl.-Ing. Thomas Weber vom Institut für Türtechnik in Karlsruhe.

5. Zarge verschrauben: Mindestens vier Punkte. Mit Betonankern oder Spezialschrauben. Nicht nur Schaum. Schaum ist nur Zusatz. Die Schrauben halten die Tür.

6. Außenabdichtung: Dichtungsschicht aufbringen. Mit Dichtungskitt oder speziellem Außenabdichtungsmaterial. Kein normaler Silikon. Der reißt im Winter.

7. Türblatt einhängen: Scharniere prüfen. Tür öffnen und schließen. Kein Reiben. Kein Anstreichen. Bodenfreiheit: 3 mm.

8. Testen und dokumentieren: Nach 48 Stunden prüfen: Schließt sie? Ist sie luftdicht? Kein Zug? Dann ist sie richtig montiert.

Kosten: Was du wirklich ausgeben musst

Ein Fachbetrieb nimmt für eine Innentür 300-1.200 €. Für eine Haustür 1.500-5.000 €. Das hängt vom Material ab: Holz, Stahl, Aluminium, Holz-Aluminium-Kombi. Eine einfache Innentür aus MDF kostet 100-250 €. Eine hochwertige Haustür mit 3-fach-Verglasung und Smartlock: 1.800-3.500 €.

Wenn du selbst machst, sparst du bis zu 70 %. Aber nur, wenn du alles richtig machst. Ein Fehler bei der Haustür kann dir 2.000 € an Heizkosten und Reparaturen kosten. Die Bundesregierung fördert den Austausch von alten Haustüren mit bis zu 20 % des Investitionsbetrags über BAFA. Das heißt: Eine 3.000 €-Tür wird mit 600 € bezuschusst. Das ist ein echter Anreiz.

Barrierefreie Haustür mit Smartlock, umgeben von Förder- und Energie-Symbolen in op-art Mustern.

Wann du lieber einen Profi rufst

Du solltest einen Profi rufen, wenn:

  • Du in einem Altbau mit Zementmörtel und unebener Maueröffnung arbeitest
  • Du keine Erfahrung mit Dichtungsbändern oder Dampfbremsen hast
  • Die Maueröffnung nicht standardmäßig ist - z. B. bei historischen Gebäuden
  • Du eine smarte Tür mit elektronischem Schloss einbaust - das braucht Strom und Netzwerk
  • Du unsicher bist, ob deine Zarge statisch tragfähig ist
Ein Nutzer auf Reddit schreibt: „Ich hab die Zimmertür in 3 Stunden gewechselt. Die Haustür habe ich dann doch vom Profi machen lassen. Nachdem ich mit der Abdichtung gescheitert bin.“ Das ist kein Versagen. Das ist Weisheit.

Trends und Zukunft: Was kommt als Nächstes?

Die Türtechnik verändert sich. Schwellenlose Türen werden immer beliebter - 2023 stieg ihre Nachfrage um 32 %. Smarte Schlösser mit App-Steuerung sind in 28 % der Neubauten Standard. Und ab 2024 wird die EnEV 2024 den U-Wert auf 0,95 senken. Das bedeutet: Alte Türen werden unzulässig. Neue Türen werden teurer - um 15-20 %. Aber sie werden auch effizienter. Und sicherer.

Ein weiterer Trend: Barrierefreie Türen. Breiter, flacher, mit automatischen Öffnern. Wer heute baut, plant auf 2040. Und das ist kein Luxus - das ist Notwendigkeit.

Was du jetzt tun solltest

Wenn du eine Innentür wechselst: Mach es selbst. Die Anleitungen von Bauhaus und HORNBACH sind gut. Du brauchst nur Zeit, Geduld und eine gute Wasserwaage. Du wirst überrascht sein, wie einfach es geht.

Wenn du eine Haustür wechselst: Mach dir klar, was du tust. Wenn du unsicher bist - ruf einen Profi. Es ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist eine Investition in deine Sicherheit, deine Wärmedämmung und deine Zukunft. Denn eine Tür, die nicht dicht ist, kostet dich nicht nur Geld. Sie kostet dir Komfort. Und das ist unbezahlbar.

Kann ich eine Innentür selbst einbauen, ohne Erfahrung?

Ja, das kannst du. Innentüren sind für Heimwerker gut geeignet. Die meisten Anleitungen von Bauhaus oder HORNBACH sind klar und detailliert. Du brauchst nur ein paar grundlegende Werkzeuge und etwas Geduld. 78 % der Anfänger schaffen es nach maximal zwei Versuchen. Wichtig: Mess genau, achte auf die Bodenfreiheit von 3 mm und verwende eine lange Wasserwaage - sonst wird die Tür später klemmen.

Warum ist die Abdichtung bei Haustüren so wichtig?

Weil jede kleine Lücke Feuchtigkeit und Kälte in die Wand lässt. Das führt nicht nur zu höheren Heizkosten, sondern auch zu Schimmelbildung. Das Fraunhofer-Institut hat nachgewiesen: Schon 1 % fehlerhafte Abdichtung reduziert die Dämmwirkung um bis zu 25 %. Das ist kein kleiner Verlust - das ist ein massiver Energieverlust. Deshalb brauchst du spezielle Dichtbänder, Dampfbremsen und wetterfeste Kittmasse. Kein normaler Silikon.

Wie viel kostet es, eine Haustür selbst einzubauen?

Die Tür selbst kostet zwischen 1.500 und 3.500 €, je nach Material und Ausstattung. Werkzeuge wie Säbelsäge, Flex oder Mauerfräse kannst du ausleihen - das kostet 50-150 €. Dichtungsmaterial und Schrauben kommen noch mal 100-200 € dazu. Insgesamt sparst du etwa 1.000-3.000 € gegenüber einem Profi. Aber nur, wenn du alles richtig machst. Ein Fehler kann dir viel mehr kosten.

Wann wird die neue EnEV 2024 wirksam?

Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2024) tritt am 1. Januar 2024 in Kraft. Sie senkt den maximal zulässigen U-Wert für Außentüren von 1,3 auf 0,95 W/m²K. Das bedeutet: Alte Türen mit höherem Wert sind ab diesem Datum nicht mehr genehmigungsfähig, wenn du sanierst. Neue Türen müssen diesen Wert erreichen - das erhöht die Preise um 15-20 %. Aber auch die Energieeinsparung steigt deutlich.

Gibt es Förderungen für den Türtausch?

Ja. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Austausch von alten Haustüren mit bis zu 20 % der Investitionskosten. Voraussetzung: Die neue Tür erfüllt die EnEV 2024 mit einem U-Wert von 0,95 W/m²K oder besser. Du kannst den Antrag vor der Bestellung stellen. Die Förderung wird nach der Rechnungsstellung ausgezahlt. Viele Türenhersteller bieten auch Beratung zur Förderung an.

Welche Türen sind am beliebtesten in Deutschland?

Bei Innentüren dominieren MDF-Türen mit Holzfurnier - sie sind günstig, stabil und leicht zu pflegen. Bei Haustüren gewinnen Holz-Aluminium-Kombinationen an Bedeutung: Sie sehen edel aus, sind langlebig und haben eine sehr gute Dämmung. 2023 erreichten sie erstmals 35 % Marktanteil. Falt- und Schiebetüren für Innentüren wachsen mit 11,3 % jährlich - besonders in kleinen Wohnungen.